NERVEN

Wie geht’s den Nerven?

Blut-Hirn-Schranke

Um das Gehirn zu schützen, gibt es eine zelluläre Barriere zwischen Blutbahn und Gehirn, die so genannte Blut-Hirn-Schranke. Diese Barriere selektiert die Substanzen welche aus der Blutbahn in das Gehirn gelangen dürfen. So wird verhindert, dass schädliche Substanzen unser Gehirn erreichen. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine Barriere zum Schutz des Zentralen Nervensystems und sichert reibungslose neuronale Funktionen in unserem Gehirn. Die Blut-Hirn-Schranke steht in direkter Verbindung zum Zentralen Nervensystem und zum Enterischen Nervensystem.


Die Blut-Hirn-Schranke ist ähnlich aufgebaut wie die Darmbarriere. So wie die Darmbarriere durchlässig werden kann (Leaky-Gut) so kann die Blut-Hirn-Schranke durchlässig, undicht werden. Sie wird durchlässig für schädliche Substanzen, was Entzündungen im Gehirn zur Folge hat. Bei Menschen mit chronisch psychischen oder kognitiven Problemen werden immer häufiger Entzündungsprozesse im Gehirn durch eine undichte Blut-Hirn-Schranke nachgewiesen, genannt Leaky-Brain-Syndrom.


Eine langfristige Durchlässigkeit verursacht gravierende neurologische Krankheiten wie Depressionen, Brain Fog, Fatigue Syndrom, selbst Multiple Sklerose, ADHS, Autismus, etc.

Es gibt Symptome für erste mögliche Anzeichen z.B. Konzentrationsschwäche, Angstzustände, Migräne, chronische Müdigkeit oder Gedächtnisschwäche.

Inzwischen gibt es diverse Studienergebnisse, die belegen, dass Fructoseintoleranz (der Körper kann Fruchtzucker (Fructose) nur begrenzt oder gar nicht verarbeiten, weil die Verdauung im Dünndarm gestört ist) zu Leaky-Brain führt und sogar Depressionen verursacht. Fructose ist seit einigen Jahren in den meisten industriell verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Auch Fructoseintoleranz kommt nicht über Nacht und der gelegentliche Verzehr von Fertignahrung wird sicher nicht gleich zum Leaky-Brain führen. Die Dosis macht das Gift.


Die Verbindung des Zentralen Nervensystems zum Enterischen (Darm) Nervensystem wurde in früherer Zeit sehr unterschätzt. Es wurde angenommen, dass alle Vorgänge in unserem Körper ausschließlich vom Zentralen Nervensystem, gesteuert werden. Inzwischen weiß man mehr. Nur 10% aller Informationen werden vom Hirn an den Darm gesendet, in umgekehrter Richtung werden 90% aller Informationen vom Darm an das Hirn geschickt. 


Als Therapie ist die Wiederherstellung der Darmgesundheit als wirksamste Maßnahme empfohlen, insbesondere das Abheilen des Leaky Gut.


Zwischen dem Enterischen (Darm)- und Zentralen Nervensystem (Hirn) besteht ein reger Informations- Austausch. Die beiden Nervensysteme können sich gegenseitig beeinflussen. Es ist relativ neu, dass der Darm in dieser Kommunikation alles andere als ein reiner Befehlsempfänger des Gehirns ist sondern selbst auch Signale an das Gehirn schickt. Für den Austausch werden unter anderem die Nervenverbindungen zwischen den beiden Nervensystemen und dem Rückenmark genutzt. Eine zentrale Rolle spielt der Vagusnerv (Parasympathikus), der die Tätigkeit fast aller inneren Organe reguliert. Er fungiert als Informationsweg vom Darm zum Hirn.

Die Nervenfasern zwischen den Nervensystemen bestehen zu 90% aus aufsteigenden Nervenfasern die Signale vom Darm zum Hirn leiten und nur zu 10% aus absteigenden Nervenfasern.

Inzwischen hat sich eine neue Forschungsdisziplin gebildet: Neurogastroenterologie. Sie untersucht die Interaktionen und Störungen zwischen Darm, Rückenmark und Gehirn. 


Nerven

Die Gegenspieler Sympathikus und Parasympathikus haben einen hohen Einfluss auf unsere Darmerkrankungen und Darmgesundheit. Sie wirken als Gegenspieler indem sie einander ergänzen und erzeugen situationsabhängig eine sehr präzise Steuerung der Organe. Wie auf dem Bild unten sichtbar ist, sind beide Nerven mit allen lebenswichtigen Organen verbunden. Sie bilden zusammen mit unserem Enterischen Nervensystem das Vegetative Nervensystem.


Der Sympathikus übernimmt die Steuerung der anregenden Organaktivität und kann die Aktivität steigern bis zum absoluten Stresszustand – Fluchtmodus. Für den Stoffwechsel bedeutet das eine Stressreaktion: Stresshormone werden ausgeschüttet, die Atmung wird beschleunigt, der Herzschlag wird schneller, Zucker wird ins Blut abgegeben, die Verdauung wird verlangsamt bis eingestellt. Das ist ein angeborener Reflex. 

Im Gegenzug übernimmt unser Parasympathikus überwiegend die Aufgabe der Entspannung unserer Organe aber die Anregung unserer Verdauung. Wenn wir nachts schlafen, dann verdaut unser Darm. Der Darm braucht Ruhe, damit er in seinen optimalen Verdauungs-Rythmus kommen kann.

Offensichtlich liegt genau hier die Ursache, wenn der Arzt sagt, sie müssen Stress reduzieren, damit sie besser schlafen, damit sie besser verdauen, damit sie besser entgiften, damit sie am Tag genügend Energie haben.


Motilität ist ein Vorgang unserer Magen und Darm-Muskulatur um Nahrung zu formen, zu zerkleinern und weitzerzutransportieren. Dauerhafter Stress führt nachweislich zu Magen- und Darmerkrankungen, Blähungen und Motilitäts-Störungen (keine normalen Bewegungen des Magens, Dünndarms bzw. Dickdarms mehr).


Unsere Verdauungsorgane besitzen eine Vorwärtsstimmulierung und gleichzeitig eine Rückwärtshemmung. Bei Störungen kann sich die Richtung des Darminhalts auch umkehren. Genaue Ursachen sind noch unklar. Bei einer Umkehrung würde die Dünndarm Fehlbesiedelung schlüssig, da Darmbakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm geraten. Begünstigte Umstände, wie verlangsamte Motilität des Dünndarms und so Anpassung zur Bewegung im Dickdarm, könnten ein weiterer Faktor sein. Ein dauerhafter Flight-Reflex und seine Stresshormon-Ausschüttung könnte  eine Motilitätsstörung im Dünndarm begünstigen, die dann eine Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO) zur Folge haben könnte.


Der Sympathikus (Sympathicus) oder das sympathische Nervensystem ist neben dem Parasympathikus und dem enterischen Nervensystem (Darmnervensystem) ein Teil des vegetativen Nervensystems (auch autonomes Nervensystem genannt). Die meisten Organe werden von den ersten beiden Systemen gesteuert, die als Gegenspieler einander ergänzend wirken und dadurch eine äußerst feine unwillkürliche Regulation der Organtätigkeit ermöglichen. Der Sympathikus hat im Rahmen dieser Gesamtsteuerung meist eine ergotrope Wirkung (im Gegensatz zur trophotropen Wirkung des Parasympathikus), das heißt, er erhöht die nach außen gerichtete Aktionsfähigkeit bei tatsächlicher oder gefühlter Belastung („Fight-or-flight“).


Ansicht der Nervenverbindungen
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