Stellen wir uns vor, unser Organismus sei eine riesengroße Wohngemeinschaft.
Wenn wir gesund sind, dann sind alle Mitbewohner freundlich miteinander, halten die Zimmer sauber, kochen regelmäßig, zahlen pünktlich ihre Miete, reinigen die Badezimmer und die Küche, waschen regelmäßig ihre Wäsche, betreten nicht die Zimmer der anderen Bewohner und haben ein herrliches Zusammenleben.
Wenn wir nicht gesund sind, sind einige Mitbewohner nicht so freundlich zu anderen, manche sind aggressiv oder depressiv, oder sie werden sogar handgreiflich.
Einige bezahlen keine Miete oder betreten heimlich die Zimmer von anderen oder sie borgen sich Geld und können es nicht wieder zurückgeben. Viele Mitbewohner sind sehr hilfsbereit und unterstützen die in Not geratenen und geben Ratschläge, andere sind eingeschüchtert von den Handgreiflichkeiten und halten still.
Manche putzen nicht mehr, dafür putzen die Hilfsbereiten um so mehr, sie möchten eine saubere Wohnung. Wäsche wird nicht gewaschen und die Hilfsbereiten machen diese noch dazu. Irgendwann steigt die Erschöpfung durch zu viel Hilfsbereitschaft und Wäsche und Abfälle beginnen sich anzusammeln und können nicht oder nur noch dürftig weggearbeitet werdenund das Chaos breitet sich in der gesamten Wohnung aus.
Dieses Durcheinander lässt sich von außen nicht so leicht wieder in Ordnung bringen. Wenn man an einer Stelle anfängt nachzu-bessern, verschlechtert es sich an anderer Stelle.
Sinnvollerweise müssten dazu gleichzeitig alle Bewohner therapiert werden, damit die »Rabauken« wieder aufräumen und freundlich werden und die »Samariter« sich erholen und wieder zu Kräften kommen können.
Jetzt stellen wir uns unseren Organismus mit einem so durcheinander geratenen Stoffwechsel vor.
Es reicht nicht aus, nur ein Organ zu behandeln, das gerade besonders erschöpft ist. Alle Organe müssen gleichzeitig behandelt werden. Es muss immer der gesamte Organismus mit seinem Stoffwechsel betrachtet werden. Es wäre ratsam auch alle schädigende Zuführung aus unserem Alltag einzubeziehen und den Organismus langsam, mit mehreren Faktoren gleichzeitig, auf genesende heilende Maßnahmen umzustellen.
Diese sehr vereinfachte Darstellung soll deutlich machen, dass es an nur einer Stelle einer kleinen Veränderung bedarf, um unseren gesamten Soffwechsel zu beeinflussen und langfristig zu verändern. Damit sind alle Organe und Zellen mitbeeinflusst und unser gesamtes System mit allen seinen Funktionen verändert.